Abgabe einer Petition an den Berliner Senat

Am 31.1. haben einige Initiator*innen der Petition sowie Tom Erdmann (Vorsitzender der GEW Berlin) und Martin Majewski für die DOV (Deutsche Orchestervereinigung) die Petition „Wir fordern gerechte Bezahlung und berufliche Perspektiven für Lehrbeauftragte an Berliner Hochschulen“ mit den über 11.000 seit Anfang Dezember gesammelten Unterschriften an den Staatssekretär für Wissenschaft abgegeben.

Siehe auch: https://www.gew-berlin.de/646.php

https://sprachlehrbeauftragte.wordpress.com/2017/02/03/11-000-unterschriften-fuer-den-paradigmenwechsel/
Hier kann ein Flyer dazu heruntergeladen werden.

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Abschaffung der Lehrstühle gefordert – Bundesweites «Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft» gegründet

Pressemitteilung 21.01.2017

Mit den zentralen Forderungen, das Sonderbefristungsrecht in der
Wissenschaft abzuschaffen sowie das deutsche Lehrstuhlprinzip durch
demokratische Departmentstrukturen zu ersetzen, endete der
Gründungskongress des Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft am
21.01.2017 in Leipzig. Erstmals ist damit eine bundesweite Plattform
geschaffen, über die bereits bestehende Initiativen an Hochschulen und
Forschungseinrichtungen ihre Forderungen kollektiv in die Öffentlichkeit
und an die Politik richten können. Weiterlesen

Eine Petition aus Berlin

Petition: http://www.thepetitionsite.com/736/972/556/gerechte-bezahlung-und-berufliche-perspektiven-f%C3%BCr-lehrbeauftragte-an-berliner-hochschulen/

Die neue Berliner Regierungskoalition hat sich in ihrer Koalitionsvereinbarung zum Ziel gesetzt, „einen Paradigmenwechsel in der Personalpolitik an den
Berliner Hochschulen einzuleiten“.
Für Daueraufgaben sollen Dauerstellen geschaffen werden. Die Mindesthonorare für Lehraufträge sollen erhöht und der Anteil der
Lehraufträge, die nicht dem Wissenstransfer aus der Praxis dienen, zugunsten regulärer Arbeitsverhältnisse gesenkt werden.
Diesen positiven Erklärungen müssen jetzt Taten folgen. Die Neuverhandlung der Hochschulverträge bietet dafür eine große Chance. Weiterlesen

Nicht berufen. Arbeitsverhältnisse im Literaturwissenschaftsbetrieb

aus der Welt der wichtigen Newsletter…:

Die 8. Ausgabe von Undercurrents – Forum für linke Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Nicht berufen. Arbeitsverhältnisse im Literaturwissenschaftsbetrieb“ ist erschienen!

https://undercurrentsforum.com  (in Kürze dann wie immer auch auf facebook)

Darin u.a.: Anne D. Peiter, Sündenbeichte zu Evaluierung und Erfolg, Peter Ullrich zu prekärer Wissensarbeit, Interviews mit Klaus-Michael Bogdal und Jürgen Link, Rezension von Hans Peter Herrmann, Krisen, sowie weitere Texte zum Schwerpunkt.

Zum selben Thema findet eine von uns organisierte Podiumsdiskussion Weiterlesen

Erste Effekte des neuen WissZeitVG, Austausch erbeten

Seit Mitte März 2016 ist es da, das neue Wissenschaftszeitvertragsgesetz („Donaudampfschifffahrt“ kann jetzt nicht mehr mithalten), und seitdem kämpfen die Personalabteilungen der Hochschulen um die Deutungsmuster und damit um die Schlupflöcher, die ein Befristen von aus dem Haushalt finanzierten WD-Stellen doch noch ermöglichen sollen. Weder WN-Stellen (WN = Wiss. Nachwuchs – da ist es wieder, dieses infantilisierende Wort)  noch Drittmittelstellen sind ein Problem. Die Verträge für letztere könnte man – rein rechtlich theoretisch  – bis zum Ruhestand befristet gestalten. Und WN-Stellen mit der Promotion oder Habilitation als Ziel bereiten auch kein Kopfzerbrechen. Wie aber wird nun mit den Mittelbau-Stellen (noch so ein Wort) umgegangen, die als Rückrat für Forschung und Lehre (!) befristet waren, eben jene WD-Stellen, für die diese Gesetzesänderung eine Verbesserung bringen soll?

Die Verbesserung erschließt sich nur indirekt, wenn es in § 2 heißt: „(1) Die Befristung von Arbeitsverträgen des in § 1 Absatz 1 Satz 1 genannten Personals, das nicht promoviert ist, ist bis zu einer Dauer von sechs Jahren zulässig, wenn die befristete Beschäftigung zur Förderung der eigenen wissenschaftlichen oder künstlerischen Qualifizierung erfolgt. Nach abgeschlossener Promotion ist eine Befristung bis zu einer Dauer von sechs Jahren, im Bereich der Medizin bis zu einer Dauer von neun Jahren, zulässig, wenn die befristete Beschäftigung zur Förderung der eigenen wissenschaftlichen oder künstlerischen Qualifizierung erfolgt; …“. Das bedeutet im Umkehrschluß, dass eine Befristung nur noch zulässig ist, wenn nachgewiesenermaßen eine Qualifizierung erfolgt – und die Betonung darf auf den Weg zum Ziel gelegt werden. Es geht um Qualifizierung, nicht nur um eine Qualifikation. Wenn dies nicht vorgesehen ist, weil es sich um eine klassische WD-Stelle handelt, so sollte – so die Idee der WissenschaftspolitikerInnen – eine unbefristete Stelle ausgeschrieben werden.

Die Realität sieht aktuell in den meisten Universitäten leider wohl so aus:

1.  Unsicherheit:
Das Ringen in den Personalabteilungen ist so groß, dass die Wiss. MitarbeiterInnen noch nicht einmal über die Konsequenzen, die sich aus dem neuen WissZeitVG ergeben, informiert werden.

2. Einstellungsstau:
Bis Mitte Mai wurden noch schnell massenhaft Verträge nach altem Recht verlängert, jetzt kann man WD-Stellen mit der Lupe suchen.

3. Schlupfloch Teilzeit- und Befristungsgesetz:
§ 1, Abs. 2 WissZeitVG besagt: „Unberührt bleibt das Recht der Hochschulen, das in Absatz 1 Satz 1 bezeichnete Personal auch in unbefristeten oder nach Maßgabe des Teilzeit- und Befristungsgesetzes befristeten Arbeitsverhältnissen zu beschäftigen.“ Und jetzt wird es arg, denn diese zweite Option wird immer beliebter bei den Hochschulen und ihren Leitungen. Befristete Anstellungsverhältnisse nach dem TzBfG unterliegen folgender Auflage (§14): „Die kalendermäßige Befristung eines Arbeitsvertrages ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes ist bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig; … Eine Befristung nach Satz 1 ist nicht zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber bereits zuvor ein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat.“ Ergo werden die ehemaligen WD-Stellen, die nun ohne Qualifizierung nicht mehr befristet werden können (denn dann sind es WN-Stellen) und eigentlich entfristet werden müssten, mit neuen ArbeitnehmerInnen für maximal zwei Jahre befristet besetzt. Die entsprechenden Stellenausschreibungen enthalten dann den folgenden Passus: „Die Berück­sich­ti­gung von Per­so­nen, die be­reits an der Hochschule XYZ beschäftigt sind oder vor we­ni­ger als drei Jah­ren beschäftigt wa­ren, ist lei­der nicht möglich.“

Dieses Schlupfloch gehört damit zu den nicht intendierten Folgen intentionalen Handelns: Statt mehr entfristeten Stellen in der Wissenschaft gibt es ein Mehr an Entlassungen (denn die ehemaligen WD-MittelbaulerInnen können sich auf solche Stellen nicht bewerben), ein Mehr an  Hire-and-Fire (denn die neuen WD-lerInnen dürfen nur  maximal zwei Jahre bleiben) und ein Weniger an Qualität (denn alle zwei Jahre müssen neue MitarbeiterInnen eingearbeitet werden, während die erfahrenen MitarbeiterInnen gehen müssen).

Wie lange wird es wohl dauern, bis die Kurzsichtigkeit dieses Handelns für die Hochschulleitungen erfahrbar wird? Wie lange noch werden die Hochschulleitungen so handeln können, weil es ausreichend qualifizierte BewerberInnen für diese prekären TzBfG-Stellen gibt?

Hoffentlich nicht lange …

 

+13.06.2016+ GAIDW bloggt auf SozBlog

Seit Mai 2016 bloggen wir auf dem SozBlog der Deutschen Gesellschaft für Soziologie rund um die Themen Forschung und Lehre, Hochschulpolitik und ExIni, Mittelbau-Repräsentation in Fachgesellschaften und Prekarität in der Wissenschaft. Dabei haben wir viele spannende Gastbeiträge, u.a. von Richard Münch, Silke van Dyk und Tilmann Reitz, Christian Schneickert und Alexander Lenger u.v.m.

Kommentare und Diskussionsbeiträge sind wärmstens erwünscht!

Für alle Soziolog/innen: Ende Juni stellen wir einen Vorschlag zur Reform der Wahlordnung vor, der eine angemessene Repräsentation des Mittelbaus in den Gremien der Deutschen Gesellschaft für Soziologie ermöglichen soll. Hier sind explizit eure Meinungen, Ergänzungen und Kritik gefragt!