Honorare in Bildungs- und Wissenschaftsbetrieb oft unterhalb des Mindestlohns

Unser Berliner Netzwerk „Prekäres Wissen“ hat eine Übersicht über übliche Honorare im Bildungs- und Wissenschaftsbetrieb veröffentlicht. Dazu sammelten wir über 60 typische Beispiele von Honoraren, die von Bildungsträgern und wissenschaftlichen Institutionen in den letzten Jahren gezahlt wurden. Die Initiative erhob zudem, wie viel, oft unbezahlter, tatsächlicher Arbeitsaufwand hinter den jeweiligen Aufträgen steckt und ermittelte so neben dem offiziellen Honorar den tatsächlichen Brutto-Stundenlohn der meist freiberuflich Tätigen. In über zwanzig Fällen lag dieser tatsächliche Stundelohn unter dem Mindestlohn von 8,50 €. Manche Tätigkeiten, beispielsweise Lehraufträge an Universitäten, insbesondere die Titellehre von PrivatdozentInnen, werden überhaupt nicht vergütet. Die verschiedenen aufgeführten Beispiele für Tätigkeitsbereiche und -arten stammen von Universitäten, freien Bildungsträgern, Museen, Volkshochschulen u.a.

Wir erhoffen und von der Veröffentlichung eine breite öffentliche Diskussion über die Arbeitsbedingungen von FreiberuflerInnen im Bildung- und Wissenschaftsbetrieb.

Ausführliche Informationen, Erläuterungen und Tabellen zum Vergleich bezahlter und tatsächlich geleisteter Arbeitszeit auf der entsprechenden Seite.

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Privatdozenten sollen weiterhin kostenlos unterrichten

Der Deutsche Hochschulverband kann sich nicht dazu entschliessen, sich für eine Bezahlung der Titellehre der Privatdozenten einzusetzen. Privatdozenten müssen in Berlin einmal im Jahr eine Lehrveranstaltung abhalten, um ihren Titel und damit die Möglichkeit, sich auf eine Professur zu bewerben, zu behalten. Bei der letzten Jahresversammlung des Deutschen Hochschulverbandes Berlin forderte die Berliner Privatdozenteninitiative, die Titellehre zumindest wie einen Lehrauftrag zu bezahlen. Diese Forderung wurde aber abgelehnt.

Verschlechterte Arbeitsbedingungen von Guides in der Gedenkstätte Sachsenhausen

Führungen in der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen sind beliebt und Teils des Bildungsangebots am historischen Ort. Angeboten werden sie von ungefähr 30 Guides, die bisher einen festen Arbeitsvertrag hatten. Überwiegend sind es Studierende, die diesem Job nachgehen. Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten hat nun die Arbeitsbedingungen geändert. Fortan soll nicht mehr stundenweise, sondern pauschal gezahlt werden. Die Höhe der Pauschale beträgt 70 Euro, unabhängig davon, in welcher Sprache sie durchgeführt wird. Darüber hinaus werden die Guides nicht mehr angestellt, sondern sollen als Selbständige arbeiten. Die Versicherung und Versteuerung erfolgt dementsprechend individuell und muss über die gezahlte Pauschale erfolgen.

Mehr dazu in der Märkischen Allgemeinen Zeitung.

Verhandlungen zwischen Teamer_innen und Jugendbildungsstätte Konradshöhe e.V. gescheitert

Die 17 Teamer_innen, denen im letzten Sommer die Zusammenarbeit  mit der ver.di-nahen Jugendbildungsstätte Konradshöhe aufgekündigt wurde, erklären die Verhandlungen mit dem Haus für beendet. Die Leitung habe keine akzeptablen Angebote gemacht. Dennoch haben die 17 einiges gewonnen: Zusammenhalt, Solidarität und die Tatsache, dass über die Arbeitsbedingungen von freien Dozent_innen in der außerschulischen Jugendbildung endlich offen geredet wird.

 

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Seminarleiter_innen einer Bildungsstätte kämpfen um ihre Jobs

Im Norden Berlins liegt die ver.di-nahe Jugendbildungsstätte Konradshöhe.

Zur diesjährigen Sommerpause wurde den 17 dort freiberuflich tätigen Seminarleiter_innen („Teamer_innen“) die Zusammenarbeit aufgekündigt.

Die Betroffenen wehren sich gemeinsam dagegen.
Mehr erfahren.

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Netztwerk „Prekäres Praktikum“ aktiv

Seit einiger Zeit gibt es das Netzwerk „Prekäres Praktikum“, eine studentische Initiative, „die sich mit prekären Arbeitsbedinungen der studienintegrierten Praktika in sozialen Berufen auseinandersetzt.“ Aus der Selbstdarstellung:

Die Durchsetzung anleitungsbezogener Mindeststandards, eine berlinweite Vergütung sowie die Sensibilisierung aller Beteiligten für das Thema prekäre Beschäftigung ist das Ziel des Netzwerk prekäres Praktikum. Weitere Informationen zu unserer Arbeit sind auf unserem Blog zu finden. Auf unserer Facebookpräsenz werden Neuigkeiten, Termine und Interessante Fachartikel zum Thema gepostet.

Die Initiative ist im Netz und auf Facebook aktiv.