Für gute Arbeit – auch in der Erziehungswissenschaft

Das Beispiel der Soziolog_innen, auch ihre Fachgesellschaft in die Pflicht zu nehmen, um sich für bessere Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft einzusetzen, macht Schule. Nun gibt es auch eine Petition an die DGfE mit dem Titel „Für gute Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen in der Erziehungswissenschaft!„. Kann und sollte man zeichnen und teilen!

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Soziologie als Beruf – Tagung zur sozialwissenschaftlichen Reflexion über die wissenschaftliche Beschäftigungssituation

Call for Papers
Soziologie als Beruf – wissenschaftliche Praxis in der soziologischen Reflexion

Tagung am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, 25./26.Februar 2016

des Ausschusses „Mittelbau in der DGS/Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft“ der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Die Beschäftigungsbedingungen von Wissenschaftler/innen sind derzeit Gegenstand gesellschaftlicher und politischer Debatten. Kaum ein Tag vergeht, an dem in den Medien nicht über dieses Thema berichtet wird. Gewerkschaften, politische Parteien und zivilgesellschaftliche Akteur/innen laden zu Diskussionsveranstaltungen ein, verschiedene Organisationen und Initiativen haben ihre Positionen durch Petitionen und offene Briefe in die Debatte eingebracht, die Regierungskoalition hat eine Reform des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes noch für dieses Jahr angekündigt und die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, hat in gleich mehreren programmatischen Interviews und Gastbeiträgen in großen deutschen Tageszeitungen Vorschläge für eine Reform des wissenschaftlichen Berufswegs in Deutschland unterbreitet. Die Soziologie hingegen hat, national wie international, zwar vielfach zu diesen Fragen geforscht, ist aber ist in der politischen Diskussion wenig zu hören.

CfP Soziologie als Beruf

Nicht Berufen! Arbeitsverhältnisse im Literaturwissenschaftsbetrieb und politische Organisierung

In immer mehr Fächern scheint die Debatte um Beschäftigungsverhältnisse an der Universität politisches Handeln zu stimulieren. Jetzt treffen sich auch Literaturwissenschaftler/innen:

Wir tun dies vor dem Hintergrund der Tatsache, dass die Arbeitsbedingungen für Beschäftigte an literaturwissenschaftlichen Instituten – in Übereinstimmung mit den allgemeinen neoliberalen Transformationsprozessen an den Universitäten – zunehmend prekärer werden: Viele Literaturwissenschaftler_innen arbeiten unentlohnt oder werden auf befristeten Stellen so schlecht bezahlt, dass sie zusätzlich auf Leistungen des Jobcenters angewiesen sind, was wiederum mit Gängelungen verbunden ist.

Ort/Datum:
Samstag, den 18.07., ab 14 Uhr in der „Vierten Welt“ am Kottbusser Tor, Berlin-Kreuzberg

Mehr

Petitionen gegen die wissenschaftliche Misere, Folge 6743 („Wir sind Wissenschaft“)

Dass die Wissenschaftler_innen sich nicht gegen ihre miserablen Beschäftigungsbedingungen wehren, soll ihnen keine_r vorwerfen. Im Gegenteil – die prekären Wissenschaftler_innen sind Meister – im Petitionenschreiben…

Der aktuelle Anlass: die „Allianz der Wissenschaftsorganisationen“ fordert eine paradoce Intervention. Nicht mehr, sondern weniger unbefristete Stellen ist deren Ziel. Auch Daueraufgaben sollen schön von nicht dauerhaft beschäftigten erledigt werden, natürlich um die Flexibilität zu erhöhen. Dagegen wird nun petitiert:

Die Funktionsträger der Wissenschaftsorganisationen wenden sich in ihrem Schreiben gegen eine Befreiung ihrer nicht-wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von den weitreichenden Befristungsmöglichkeiten des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes. Ebenso wenden sie sich dagegegen, für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Vereinbarung eines Qualifizierungsziels als Grundlage (Sachgrund) von Befristung vorzusehen.

Die Hunderttausende an Hochschulen und Forschungseinrichtungen Beschäftigten haben den Funktionsträgern kein Mandat erteilt, in ihrem Namen zu sprechen. Die Verfasser des Schreibens vom 3. Juni können daher kein entsprechendes politisches Gewicht für sich in Anspruch nehmen. Ihre Aussagen sind als Einzelmeinungen zu sehen. Tatsächlich erscheint fraglich, ob ihr Schreiben im Sinn der Beschäftigten ist, oder ob Inhalt und Zeitpunkt des Briefes den Beschäftigten an außeruniversitären Einrichtungen und Hochschulen nicht vielmehr schaden.

hier kann man mehr lesen und unterscheiben.

Diskussion in der Schweiz: Entfristung für Post-Docs und Leistungsbeurteilung in der Wissenschaft

In der aktuellen NZZ-Campus diskutieren R. Hackler und F. Kappeler Lösungen für die Entfristung von Post-Docs. Ziel: Schaffung von Dauerstellen jenseits der Professur zur Verbesserung von Forschung und Lehre.

https://www.zgw.ethz.ch/fileadmin/ZGW/News/2015/Warum_nicht_immer_Postdoc_bleiben_.pdf

Und am 4. Juni 2015 befasst sich der Graduate Campus der Uni Zürich mit der Frage, was eigentlich Exzellenz ist und wie man diese messen kann. Von der Antwort auf diese Frage hängt ab, welche Massstäbe bei Stellenvergaben und Projektförderungen angelegt werden bzw. ob die aktuellen Kriterien überhaupt zielführend sind.

http://www.grc.uzh.ch/Jahresveranstaltung2015.html

Bildungsministerin will neue Uni-Stellen einrichten

Die Stellenmisere in der deutschen Wissenschaft ist allgemein bekannt. Es gibt zu wenige Stellen für Daueraufgaben, dafür zu viel Befristung, Teilzeitarbeit und vor allem keine langfristigen Karriereperspektiven für einen Großteil derjenigen, die zunächst einmal für viele Jahre immens qualifiziert werden, dann aber irgendwann am Flaschenhals des Übergangs zur Professur hängenbleiben. Nun kündigte die Bundesbildungsministerin an, dass in großem Umfang neue Stellen geschaffen werden sollen – mit Entfristungsperspektive. Wir sind gespannt, ob es dazu kommt. Eine grundlegende Lösung stellen 1000 zusätzliche Stellen jedenfalls nicht dar. So viel steht schon einmal fest.

Presseschau „Wissenschaftliches Prekariat“

Insbesondere die universitäre Jobmisere ist derzeit medial dauerpräsent (die freien Bildungsarbeiter_innen haben da weit weniger Aufmerksamkeit), insbesondere seit die GEW Reformvorschläge zum Wissenschaftszeitvertragsgesetz gemacht hat und auch die Bundesbildungsministerin von Änderungsbedarf ausgeht. Weiterlesen