CfP Doktorand*innenworkshop „Prekarisierung, Arbeit & Geschlecht“

Prekarität und Prekarisierung sind zentrale Begriffe einer sozialwissenschaftlichen Debatte, die in Frankreich von Robert Castel (2000) und Pierre Bourdieu (1998) entfacht und u.a. von Klaus Dörre (Brinkmann et al. 2006) auf den deutschsprachigen Kontext bezogen wurde. Gemein ist diesen Autor*innen ein Verständnis von Prekarität unter enger Bezugnahme auf
die Erwerbssphäre: Prekarisierung bedeutet in diesem Kontext primär die Erosion des sogenannten männlichen Normalarbeitsverhältnisses und eine Ausweitung atypischer Beschäftigungsformen (Motakef 2015). Als (männliches) Normalarbeitsverhältnis gilt eine zeitlich unbefristete, durchgängige Vollzeitbeschäftigung bei einem Arbeitgeber, die mit entsprechend (hoher) sozial- und arbeitsrechtlicher Absicherung einhergeht (Mückenberger2010). Prekäre Beschäftigung bedeutet in der Konsequenz meist eine vielfache Unterschreitung von gesellschaftlichen Standards, die mit dem Normalarbeitsverhältnis verknüpft sind, etwa in materieller und rechtlicher Hinsicht (Mayer-Ahuja 2003).
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