Aufruf zur Gründung eines bundesweiten Netzwerks von Hochschulinitiativen

Aufruf zur Vernetzung akademischer Hochschulbeschäftigter | Endlich kollektiv handlungsfähig werden

An den Hochschulen, und besonders im Mittelbau und beim „Nachwuchs“ rumort es. Zurecht: Befristung, Flexibilisierung und Lohndumping sorgen für existenzielle Unsicherheit bei wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, Lehrbeauftragten, Privatdozent*innen, wissenschaftlichen Hilfskräften, studentischen Beschäftigten und Studierenden. Doch die existierenden Mittelbau-Hochschulinitiativen arbeiten isoliert voneinander. Um kollektiv und bundesweit handlungsfähig zu sein, fehlt eine Struktur, die Fachgesellschaftskampagnen, Mittelbauinitiativen, studentische Beschäftigte und Akteure aktueller lokaler Auseinandersetzungen vernetzt.

Das soll sich ändern. Weiterlesen

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Sanfter Protest in der Erziehungswissenschaft gezähmt

Die „Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft“ (DGfE) tagte vom 14.-16.3.2016 in Kassel. Wichtige Themen auf die Kongress waren der sogenannte „Nachwuchs“, seine strukturelle Infantilisierung und seine Beschäftigungsbedingungen. Bei einem Vernetzungstreffen von „Qualifikand_innen“ (Hintergrund ist ein Offener Brief zum Thema „Gute Arbeit“) kam es zu ersten Versuchen der Institutionalisierung einer Mittelbaurepräsentanz auf der Ebene der Sektionen und Komissionen. Ein Symposium reflektierte unter dem Titel „Kein Raum, keine Zeit“ darüber, dass ja gerade die Erziehungswissenschaften über Konzepte und Theorien zur Analyse dieser Situation verfügten. Das Thema war offensichtlich gesetzt und wird aus der Debatte der Fachgesellschaft nicht so leicht wieder verschwinden.

Bei den Beschlüssen der Mitgliederversammlung zu Mitgliedschaftstypen und Aufnahmeverfahren setzte sich jedoch teilweise noch der akademische Feudalismus durch. Weder wurde die Notwendigkeit von Bürgen für die Aufnahme in die Fachgesellschaft gestrichen und weiterhin ist zwingend eine Promotionsabsicht nachzuweisen. Solange man nicht promoviert ist, kann man bis zu sechs Jahre (also mit gehörigem Zeitdruck) „assoziiertes Mitglied“ sein, Anwärter_in oder „Nachwuchs“ eben. Die Abstimmung über die Mitgliedschaftskategorien endete mit wenigen Stimmen Vorsprung für die Befürworter der Zwei-Klassen-Gesellschaft, die die Wissenschaftlichkeit der DGfE gefährdet sahen. Diejenigen, die auf Änderungen drängten und darauf verwiesen, dass Promovierende eine große Bedeutung für Forschung und Lehre haben und entsprechende Anerkennung dieser Tatsache verlangten, hätten aber für eine Satzungsänderung in ihrem Sinne 2/3 der Stimmen gebraucht.

Immerhin: es wurde ein Ausschuss zur Erarbeitung eines Leitbildes für Gute Arbeit eingesetzt.

Für gute Arbeit in der Wissenschaft – Soziolog*innen seid dabei!

Infoveranstaltung für Interessierte: 5. Oktober 2015, 17 Uhr, TU Berlin

Im Sommer 2014 haben sich Soziologinnen und Soziologen in Berlin zusammengefunden, um sich für “Gute Arbeit in der Wissenschaft” zu engagieren. Wir schrieben einen Offenen Brief an die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS), in dem die Fachgesellschaft aufgefordert wurde, sich mit den Arbeitsbedingungen im eigenen Fach auseinanderzusetzen und sich für gewisse Mindeststandards einzusetzen sowie diese in ihren Ethikkodex aufzunehmen.

Unser Engagement gegen prekäre Beschäftigung in der Soziologie zeitigte bereits Erfolge. Unser Brief wurde von über 2700 Unterzeichner*innen unterstützt. Initiativen aus der Politikwissenschaft und den Erziehungswissenschaften haben es uns nachgetan. Unser Anliegen sowie die Forderung nach einer besseren Repräsentation von Mittelbau und Studierenden in den Gremien werden derzeit in der DGS verhandelt, u.a. im Rahmen des Ausschusses „Mittelbau in der DGS/Beschäftigungsbedingungen in der Wissenschaft“. Eine vom Ausschuss organisierte Tagung mit dem Titel „Soziologie als Beruf“ im Februar 2016 soll die fachlichen Kompetenzen der Soziologie auch einmal auf die Bedingungen der eigenen Arbeit anwenden und eine fachinterne Auseinandersetzung über gute Arbeit(sbedingungen) anregen. Außerdem planen wir für den kommenden DGS-Kongress erstmals eine Vollversammlung des Mittelbaus.

Doch die Debatte innerhalb und außerhalb des Faches, muss organisiert werden. Hierfür benötigen wir Unterstützung, Weiterlesen

Für gute Arbeit in der Wissenschaft – Offener Brief an die Deutsche Gesellschaft für Soziologie

Dokumentiert und gern unterstützt!

Liebe Kolleg/innen,
wir, eine Initiative von Wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern in der Soziologie, haben uns zusammengefunden und einen
Offenen Brief an die Deutsche Gesellschaft für Soziologie zur
Verbesserung der prekären Beschäftigungsbedingungen an den Hochschulen
formuliert.

Der Offene Brief ist an den Vorstand der Deutschen Gesellschaft für
Soziologie (DGS) adressiert und wird ihm auf dem 37. Kongress der DGS in
Trier im Rahmen der Mitgliederversammlung am Mittwoch, den 08.10.2014,
übergeben werden. Zusätzlich findet am Freitag, den 10.10.2014, um 9 Uhr
die Veranstaltung „Nachwuchs in der Krise“ statt.

Wir fordern darin, dass sich die DGS aktiv für eine Verbesserung der
Beschäftigungsbedingungen des akademischen Mittelbaus einsetzt und
angemessene und faire Beschäftigungsbedingungen als Teil ihres
Ethikkodexes mit in Ihre Selbstverpflichtung zu guter wissenschaftlicher
Praxis in der Soziologie aufnimmt.

Wir möchten Sie bitten, diesen Offenen Brief an alle Mitglieder Ihres
Instituts weiterzuleiten. Außerdem würden wir uns freuen, wenn Sie unser
Anliegen mit einer Unterschrift unterstützen.

Link:
https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-gute-arbeit-in-der-wissenschaft

Mit kollegialen Grüßen,
Nina Amelung (TU Berlin)
Marie Bartels (TU Berlin)
Jana Bielick (TU Berlin)
Lars Frers (Telemark University/NTNU Trondheim)
Michael Frey (HTW Berlin)
Maria Keil (HU Berlin)
Eva Koch (TU Berlin)
Anne K. Krüger (HU Berlin)
Jule-Marie Lorenzen (TU Berlin)
Maria Norkus (TU Berlin)
Grit Petschick (TU Berlin)
Lisa Pfahl (HU Berlin)
Jan-Christoph Rogge (WZB Berlin)
Lea Rothmann (TU Berlin)
Lisa-Marian Schmidt (ASH Berlin)
Boris Traue (TU Berlin/Uni Lüneburg)
Peter Ullrich (TU Berlin)
Tina Weber (LMU München)