Nicht berufen. Arbeitsverhältnisse im Literaturwissenschaftsbetrieb

aus der Welt der wichtigen Newsletter…:

Die 8. Ausgabe von Undercurrents – Forum für linke Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt „Nicht berufen. Arbeitsverhältnisse im Literaturwissenschaftsbetrieb“ ist erschienen!

https://undercurrentsforum.com  (in Kürze dann wie immer auch auf facebook)

Darin u.a.: Anne D. Peiter, Sündenbeichte zu Evaluierung und Erfolg, Peter Ullrich zu prekärer Wissensarbeit, Interviews mit Klaus-Michael Bogdal und Jürgen Link, Rezension von Hans Peter Herrmann, Krisen, sowie weitere Texte zum Schwerpunkt.

Zum selben Thema findet eine von uns organisierte Podiumsdiskussion Weiterlesen

Soziolog_innen bloggen über Prekarisisierung in der Wissenschaft

Die Initiative „Für gute Arbeit in der Wissenschaft“ von Soziolog_innen in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) bloggt in den Monaten Mai und Juni auf dem „Sozblog“ der DGS zur Krise der Hochschule, Prekarisierung in der Wissenschaft, Demokratisierung der Fachgesellschaften und vielem mehr.

Den Auftakt bildet heute Teil 1 eines dreiteiligen Textes von Peter Ullrich (TU Berlin) mit dem Titel:

Prekäre Wissensarbeit im akademischen Kapitalismus. Strukturen, Subjektivitäten und Organisierungsansätze in Mittelbau und Fachgesellschaften

Alle drei, vier Tage kommen dann andere Beiträge von Mitgliedern der Initiative, Redner_innen der Konferenz „Soziologie als Beruf“ u.a.

Viel Spaß beim Lesen und diskutieren!

Initiativ gegen die Exzellenzinitiative

Heute morgen trat eine Gruppe von über 100 Wissenschaftler*innen mit einer Erklärung gegen die Exzellenzinitiative an die Öffentlichkeit. Sie wenden sich gegen den Exzellenzmythos und plädieren für gute Forschung und Lehre in der Breite anstelle der weiteren Verschärfung von Ungleichheit im Hochschulbereich.

Die Webseite der Initiative ist:

https://exzellenzkritik.wordpress.com

Die (dort auch angegebene) Petitionsseite zum Mitzeichnen hat die Adresse:

https://www.openpetition.de/petition/online/fuer-gute-forschung-und-lehre-argumente-gegen-die-exzellenzinitiative

Bezahlung von DaF/DaZ-Lehrkräften

Arbeiten Sie/Arbeitest Du gegen Bezahlung als DaF-/DaZ-Lehrkraft in einer Willkommensklasse in einer allgemeinbildenden Schule mit Kindern oder Jugendlichen, in einem Integrationskurs, in einem Firmenkurs/innerbetriebliche Fortbildungen, an einer Universität/Fachhochschule oder in einem Selbstzahlerkurs in Deutschland?

Dann brauche ich Sie/Dich.

http://limesurvey.uni-mainz.de/index.php/298121/lang-de

Möchten Sie/Möchtest Du mir einen weiteren großen Gefallen tun? Dann teilen Sie/teile den Link und die Informationen zur Befragung mit anderen DaF-/DaZ-Lehrkräften in Deutschland.

 

Viele Grüße

Laura Leyendeckers

Honorare in Bildungs- und Wissenschaftsbetrieb oft unterhalb des Mindestlohns

Unser Berliner Netzwerk „Prekäres Wissen“ hat eine Übersicht über übliche Honorare im Bildungs- und Wissenschaftsbetrieb veröffentlicht. Dazu sammelten wir über 60 typische Beispiele von Honoraren, die von Bildungsträgern und wissenschaftlichen Institutionen in den letzten Jahren gezahlt wurden. Die Initiative erhob zudem, wie viel, oft unbezahlter, tatsächlicher Arbeitsaufwand hinter den jeweiligen Aufträgen steckt und ermittelte so neben dem offiziellen Honorar den tatsächlichen Brutto-Stundenlohn der meist freiberuflich Tätigen. In über zwanzig Fällen lag dieser tatsächliche Stundelohn unter dem Mindestlohn von 8,50 €. Manche Tätigkeiten, beispielsweise Lehraufträge an Universitäten, insbesondere die Titellehre von PrivatdozentInnen, werden überhaupt nicht vergütet. Die verschiedenen aufgeführten Beispiele für Tätigkeitsbereiche und -arten stammen von Universitäten, freien Bildungsträgern, Museen, Volkshochschulen u.a.

Wir erhoffen und von der Veröffentlichung eine breite öffentliche Diskussion über die Arbeitsbedingungen von FreiberuflerInnen im Bildung- und Wissenschaftsbetrieb.

Ausführliche Informationen, Erläuterungen und Tabellen zum Vergleich bezahlter und tatsächlich geleisteter Arbeitszeit auf der entsprechenden Seite.

Soziologie bleibt am Ball: Prekarität und Selbstsorge

Nach den vielen Aktivitäten der Initiative für Gute Arbeit in der Wissenschaft, einer Erklärung der Fachgesellschaft DGS zu den Folgen der Ökonomisierung der Wissenschaft für die Beschäftigten und der jüngst stattgefundenen Konferenz zur „Soziologie als Beruf“ gibt es nun Blogbeiträge zum Thema. Auf dem Blog der Fachgesellschaft, dem „Sozblog“, geht es in einem aktuellen Beitrag um Strukturprobleme und um Strategien der Selbstsorge aus Genderperspektive.

Soziologische Fachgesellschaft bekennt sich zu „Guter Arbeit“

Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) setzt sich für Gute Arbeit in der Wissenschaft ein. In einer eben veröffentlichten Erklärung fordert sie ein Umdenken und strukturelle Reformen: für bessere Grundfinanzierung der Hochschulen und gegen die prekären Arbeitsverhältnisse in der Wissenschaft. Ein Auszug:

Gesellschaftliche Dynamiken machen vor der Wissenschaft nicht halt. In den letzten Jahrzehnten haben  staatliche (De-)Regulierungen, Aktivierungspolitiken und neue Formen von ‚governance’ sowie eine zunehmende Ökonomisierung die Bildung im Allgemeinen und die Hochschulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen im Besonderen geprägt. Im Sinne eines „akademischen Kapitalismus“ verschärft sich der Wettbewerb um Forschungsgelder und Stellen bei gleichzeitiger Unterfinanzierung der Hochschulen fortwährend. Eine wesentliche Folge ist die Prekarisierung von Arbeits- und Beschäftigungsverhältnissen in der akademischen Forschung und Lehre. Die Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) sieht diese Entwicklungen mit Sorge, sie fordert ein Umdenken in der Bildungs- und Wissenschaftspolitik sowie strukturelle Veränderungen im deutschen Wissenschaftssystem. Entsprechende Reformen dürfen nicht bei der äußerst zurückhaltenden jüngsten Neuregelung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes stehen bleiben.

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