Abschaffung der Lehrstühle gefordert – Bundesweites «Netzwerk für Gute Arbeit in der Wissenschaft» gegründet

Pressemitteilung 21.01.2017

Mit den zentralen Forderungen, das Sonderbefristungsrecht in der
Wissenschaft abzuschaffen sowie das deutsche Lehrstuhlprinzip durch
demokratische Departmentstrukturen zu ersetzen, endete der
Gründungskongress des Netzwerks für Gute Arbeit in der Wissenschaft am
21.01.2017 in Leipzig. Erstmals ist damit eine bundesweite Plattform
geschaffen, über die bereits bestehende Initiativen an Hochschulen und
Forschungseinrichtungen ihre Forderungen kollektiv in die Öffentlichkeit
und an die Politik richten können. Weiterlesen

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Soziolog_innen bloggen über Prekarisisierung in der Wissenschaft

Die Initiative „Für gute Arbeit in der Wissenschaft“ von Soziolog_innen in der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) bloggt in den Monaten Mai und Juni auf dem „Sozblog“ der DGS zur Krise der Hochschule, Prekarisierung in der Wissenschaft, Demokratisierung der Fachgesellschaften und vielem mehr.

Den Auftakt bildet heute Teil 1 eines dreiteiligen Textes von Peter Ullrich (TU Berlin) mit dem Titel:

Prekäre Wissensarbeit im akademischen Kapitalismus. Strukturen, Subjektivitäten und Organisierungsansätze in Mittelbau und Fachgesellschaften

Alle drei, vier Tage kommen dann andere Beiträge von Mitgliedern der Initiative, Redner_innen der Konferenz „Soziologie als Beruf“ u.a.

Viel Spaß beim Lesen und diskutieren!

Aufruf der türkischen Akademiker*innen für den Frieden

Am 10. Januar 2016 veröffentlichten die Barış için Akademisyenler  (Akademiker*innen für den Frieden) den Aufruf “Wir, die Akademiker/innen und Wissenschaftler/innen dieses Landes werden nicht Teil dieses Verbrechens sein!“:

http://m.t24.com.tr/haber/baris-icin-akademisyenler-devlet-siddeti-sona-ersin-bu-suca-ortak-olmayacagiz,323330

Sie fordern die Regierung auf, die Vernichtungs- und Vertreibungspolitik gegenüber der kürdischen Bevölkerung sofort einzustellen und die Bedingungen für eine friedliche Beilegung des Konflikts zu schaffen. Hierfür soll die Regierung eine Roadmap vorlegen, die Verhandlungen ermöglicht und die Forderungen der politischen Vertretung der kurdischen Bewegung berücksichtigt.

Der Text ist auch auf Kurdisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch zu lesen (nach unten scrollen). Weiterlesen

Brief an die Lehrbeauftragten am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin

Liebe Kolleginnen und Kollegen,unsere Arbeitsbedingungen als Lehrbauftragte und Privatdozierende sind oft schwierig, wir sind an der Universität oft unsichtbar und unsere Bezahlung ist nicht bloß schlecht – sie ist skandalös. Auch die Ressourcen zur Vor- und Nachbereitung unserer Seminare sind zumeist nicht besonders üppig. Man stellt uns in der Regel nicht einmal ausreichende Ressourcen zur Verfügung, um einen Seminarreader zu erstellen. Das technische Gerät, um diese Arbeit online zu verrichten, müssen wir selbst organisieren und die Kosten selbstverständlich weitgehend selbst tragen.

Vor kurzem hat Peter Grottian mit Artikeln in einigen Zeitungen versucht, die Lage der Lehrbeautragten öffentlich zu skandalisieren. Er hat festgestellt, dass an deutschen Universitäten ein Großteil der Lehre prekär oder garnicht bezahlt wird, und das seit Jahrzehnten. Auch an Universitäten die sich, wie auch die unsere, selbst als „exzellent“ ausgeben. Daraufhin gab er den Anstoß zu einer Initiative von Lehrbeautragten und Privatdozierenden, die Gewerkschaft GEW wurde aktiv.

Wir wollen nun die öffentliche Debatte verstärken und praktische Lösungen anstreben. Als ersten Schritt möchten wir die Studierenden über unsere Arbeit aufklären: oft wissen diese nicht, unter welchen Bedingungen die Lehrveranstaltungen von uns konzepiert, vorbereitet und betreut werden. Dort anzufangen liegt auf der Hand: Die Studierenden sind die unmittelbar nächstbetroffenen unserer Situation.

Wir rufen Sie daher dazu auf: Wir möchten, dass in jeder Lehrveranstaltung von Lehrbeauftraten oder Privatdozierenden eine halbe Sitzung lang mit den Studierenden über die Arbeits- und Lebensbedingungen gesprochen wird. Die Studierenden sollen erfahren, dass wir weit weniger verdienen, als eine studentische Hilfskraft.
Die Studierenden sind ein wichtiger Teil der Öffentlichkeit – und wir können sie schnell und unmittelbar in unseren Seminaren erreichen.

Wir würden uns daher sehr darüber freuen, wenn Sie eine halbe Sitzung in einer der zwei Wochen vor Weihnachten zur Verfügung stellen würden. Wir kommen auf Wunsch mit in Ihr Seminar und reden gemeinsam mit den Studierenden über Ihre und unsere Situation.

Es gibt zwei Dinge, die wir langfristig gerne erreichen würden: Eine angemessene Bezahlung und bessere institutionelle Unterstützung unserer Tätigkeit. Anerkennung ist immer auch materiell! Und exzellente Lehre kann nicht zu Tarifen kommen, die gegen Null gehen.

Je nach finanzieller Lage mag der finazielle Aspekt den einen wichtiger sein als den anderen. Uns ist durchaus bewusst, dass soziale Anerkennung und Anbindung an die Lehre für viele von uns einen nicht zu unterschätzenden Eigenwert darstellen. Schon deshalb hängen wir ja auch an unserer Tätigkeit, auch wenn wir wissen, wir arbeiten für eine Entlohnung, für die sonst kein Mensch arbeiten würde.

Wenn Sie Interesse haben, antworten Sie bitte kurz auf die Mail, damit wir sehen können, wie breit das Interesse ist.

Mit den allerbesten Grüßen,

M. Fries und C. Melchers

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Treffen von Lehrbeautragten am Otto-Suhr-Institut

Peter Grottian, ermeritierter Professor für Politikwissenschaft, läd am 24. 10. 2014 zu einem Treffen für Lehrbeauftragte um 17Uhr ins Otto Suhr Institut der FU Berlin ein.

„Ziel meiner Einladung ist deshalb auszuloten, ob eine politische Selbstermächtigung der Lehrbeauftragten angegangen werden sollte. Wir sollten deshalb die Lage der Lehrbeauftragten diskutieren, Eure Erfahrungen sorgfältig einbringen, um dann erste Schritte einer möglichen Selbstorganisation zu besprechen.“

Mehr unter:
P._Grottian_-_Einladung_Lehr beauftragte_für_24.10.14

Seminarleiter_innen einer Bildungsstätte kämpfen um ihre Jobs

Im Norden Berlins liegt die ver.di-nahe Jugendbildungsstätte Konradshöhe.

Zur diesjährigen Sommerpause wurde den 17 dort freiberuflich tätigen Seminarleiter_innen („Teamer_innen“) die Zusammenarbeit aufgekündigt.

Die Betroffenen wehren sich gemeinsam dagegen.
Mehr erfahren.

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